Audrey Hepburn
"Eine zierliche Frau
und die schönsten Rehaugen der Geschichte
Hollywoods"
- mehr braucht es meist nicht, um bei den meisten auf
den Namen Audrey Hepburn zu kommen.
Ihr Stil und ihre Erscheinung haben sie ebenso berühmt gemacht wie ihr
schauspielerisches Talent und nicht zuletzt in späteren Jahren ihr Engagement
als Sonderbotschafterin für das Kinderhilfswerk UNICEF.
Anders als
die oft lasziven, üppigen Diven der Filmgeschichte in den 50ern und 60ern war
Audrey Hepburn eine schlanke, mädchenhafte Schönheit, die ihr Image der ebenso
unschuldigen wie manchmal undurchschaubaren Kindfrau auch in höherem Alter und
in den unterschiedlichsten Rollen nicht ablegen konnte. Diese Biographie gibt nicht nur einen Überblick über das Leben und die
Karriere von Audrey Hepburn, sondern ist auch eine Hommage an eine wunderbare
Frau.
Kindheit und Jugend
Audrey Hepburn wird als Edda Kathleen van Heemstra Hepburn-Ruston am 4. Mai
1929 in Brüssel geboren. Ihre Mutter ist die holländische Baronin Ella van
Heemstra, ihr Vater der irisch-niederländischer Bankier John Victor Anthony
Hepburn-Ruston.
Als ihre Eltern sich scheiden ließen, besuchte sie eine Mädchenschule in der
Nähe von London. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges setzte sie und ihre Mutter
in Arnhem fest, wo sie die Schule besucht und am Arnhem Konservatorium
Ballettunterricht nimmt.
Die Zeit dort beschreibt sie als sehr hart - um
nicht zu verhungern, sind sie und ihre Mutter zeitweise gezwungen,
Tulpenzwiebeln zu essen. Wegen Unterernährung erkrankt das 15jährige Mädchen an
Gelbsucht und wird magersüchtig; von den Folgen dieser Krankheiten wird sie sich
nie völlig erholen. Ansonsten überstehen Mutter und Tochter die Kriegszeit
unbeschadet.
Nach dem Krieg geht Edda mit ihrer Mutter zurück nach London, arbeitet als
Zahnarztassistentin und Büroangestellte, während sie weiter Ballettunterricht
nimmt. In dieser Zeit ändert sie ihren Namen in Audrey Hepburn.
Das
anmutige, schlanke und langbeinige Mädchen erregt bald Aufsehen und gewinnt
mehrere Modelwettbewerbe im Bereich der Modefotographie. 1948 steht sie zum
ersten Mal für einen niederländischen Film vor der Kamera - im Ballettunterricht
wird der holländischen Dokumentarfilmer Charles Huguenot van der Linden auf
Audrey aufmerksam und gibt ihr eine kleine Rolle in dem Holland-Werbefilm
'Nederlands in 7 Lessen'. Es folgen kleine Rollen in britischen Filmen und ein
Auftritt als Tänzerin in der Londoner Show "High Button Shoes". Schließlich
erhält sie Schauspielunterricht von dem ehemaligen Charakterdarsteller Felix
Aylmer.
Als sie 1951 bei den Filmarbeiten zu "Monte Carlo Baby" die französische
Schriftstellerin Colette trifft, besteht diese darauf, dass Audrey die
Hauptrolle in ihrer Broadway-Inszenierung von "Gigi" 1951 übernehmen soll.
Der Weg zum Ruhm
Ihre Darstellung der fragilen und strahlenden, kindlichen und doch auch
weiblichen Hauptfigur in "Gigi" ist - vor allem wahrscheinlich wegen Audreys
Erscheinung - so überzeugend, dass sie eine Rolle an der Seite von Gregory Peck
angeboten bekommt. Sie spielt in William Wylers "Ein Herz und eine Krone" (1953)
die englische Prinzessin Anne, die sich im Rom der Nachkriegsjahre in einen
amerikanischen Journalisten verliebt. Der Film bringt ihr einen Oscar für die
beste Hauptdarstellerin. 1954 spielt sie in Billy Wilders "Sabrina".
Sechs Wochen nach der Oscarverleihung gewinnt sie 1954 den Tony Award für
ihre Auftritte in dem Broadwaystück "Undine" - doch der größere Preis ist ihr
Kollege Mel Ferrer, den sie 1954 heiratet und an dessen Seite sie auch weiterhin
arbeitet, zum Beispiel als russische Generalstochter Natasha in King Vidors
monumentaler Tolstoi Verfilmung "Krieg und Frieden", wo er die Rolle des Andrei
spielt. Später ist sie Schauspielerin, während er in "Tropenglut" und "Warte bis
es dunkel wird" Regie führt.
Die größten
Erfolge ihrer Karriere hat sie jedoch ohne ihn: "Funny Face" an der Seite von
Fred Astaire , " Ariane - Liebe am Nachmittag," "Geschichte einer Nonne " ,
"Denen man nicht vergibt", Frühstück bei Tiffany,", "Infam", "Charade" und "My
Fair Lady" bringen ihr nicht nur Welterfolg, sondern auch weitere
Oscar-Nominierungen.
1968 lassen sich die beiden Künstler scheiden.
Ein Jahr später heiratet
Audrey den neun Jahre jüngeren italienischen Psychiater Andrea Dotti, mit dem
sie bis 1982 zusammen ist, und siedelt nach Rom über, später dann in die
Schweiz.
Nach
neunjähriger Filmpause kehrte sie 1976 noch einmal auf die Leinwand zurück - in
dem Film "Robin und Marian" spielt sie die schöne und traurige Rolle der
gealterte Geliebte des ebenso in die Jahre gekommenen Helden Robin Hood, der von
Sean Connery dargestellt wird.
Audrey
Hepburn war mehrfach für den Oscar nominiert, ausgezeichnet wurde sie nur
einmal: 1953 für "Ein Herz und eine Krone". Nominiert wurde sie als "Sabrina",
für "Geschichte einer Nonne", "Frühstück bei Tiffany" und "Warte bis es dunkel
wird".
Am 20. Januar 1993 stirbt Audrey Hepburn in Tolochenaz/Lausanne in der
Schweiz. Weltweit wird der Verlust dieser wunderbaren Schauspielerin, der Ikone
von Eleganz und Stil, Würde und Mitmenschlichkeit betrauert.
Sonderbotschafterin der UNICEF
Audrey Hepburn wird 1988 zur Sonderbotschafterin des
Kinderhilfswerkes der Vereinten Nationen UNICEF und beginnt, einen großen Teil
ihrer Freizeit in den Dienst dieser charitativen Einrichtung zu stellen, nicht
zuletzt aufgrund ihrer eigenen schrecklichen Erfahrungen während des Zweiten
Weltkrieges. Sie reist in die Hunger- und Katastrophengebiete dieser Welt und
macht Öffentlichkeitsarbeit. Diese Aufgabe gibt ihr eine neue Form der
Selbstbestätigung und des Lebenssinns, denn sie kann mit ihrer Popularität etwas
Positives bewirken und notleidenden Menschen helfen.
Bis zum Schluß bittet
sie um Hilfe für die Hunger leidenden Kinder dieser Welt, auch als ein
voranschreitende Krebsleiden sie bei einem Fernsehauftritt wenige Wochen vor
ihrem Tode bereits schwer zeichnet.
Die Akademie zeichnet sie 1992 noch einmal posthum mit dem Jean Hersholt
Humanitarian Award für ihre Tätigkeit als Botschafter für die Weltkinderhilfe
der UNICEF aus. Der Preis wird von ihrem Sohn Sean Hepburn Ferrer entgegen
genommen.
In einem Abschiedsbrief an ihn schreibt sie:
"Denke daran, wann immer du eine helfende Hand brauchst: sie ist an
dem Ende deines Armes. Und wenn du älter wirst, denke daran, dass du auch eine
zweite Hand hast: die eine, um dir zu helfen, die andere, um anderen zu
helfen."